bitShake SmartMeterReader am Home Assistant

Der Stromzähler spricht jetzt mit Home Assistant

Eigentlich wollte ich nur wissen, was in meiner Wohnung eigentlich so den ganzen Tag Strom zieht. Die einzelnen Messsteckdosen in Home Assistant (HA) lieferten zwar schöne Werte – aber eben nur für die Geräte, die daran hängen. Was fehlte, war der Blick aufs Ganze: der Stromzähler selbst.

Mit dem neuen digitalen Zähler im Haus lag die Lösung nahe. Moderne Zähler besitzen eine optische Schnittstelle (eine kleine Infrarot-Diode an der Front), über die sie ihre Messwerte laufend aussenden. Man muss sie nur auslesen – und genau das erledigt der bitShake SmartMeterReader.

Um es vorwegzunehmen: Die Installation war leicht, die Daten laufen inzwischen zuverlässig in HA ein, und der Support von bitShake hat mich auf eine Weise überzeugt, die ich in vielen Jahren in der IT-Branche nur selten erlebt habe.

Das Gerät: bitShake SmartMeterReader

Der bitShake SmartMeterReader ist ein IR-Lesekopf – ein kleiner Infrarot-Sensor, der die Lichtimpulse der Zählerschnittstelle empfängt und in Messwerte übersetzt. In der WLAN-Variante (bei bitShake SmartMeterReader Air genannt) steckt ein ESP32-C3, auf dem ab Werk Tasmota läuft – eine verbreitete Open-Source-Firmware für Smart-Home-Geräte.

Das hat einen großen Vorteil: Die Daten bleiben lokal im eigenen Netz. Eine Cloud ist nicht nötig, die optionale bitShake.app gibt es trotzdem für alle, die ihren Verbrauch auch unterwegs sehen möchten.

Was der Lesekopf bei mir liefert:

  • Momentanleistung in Watt – also das, was die Wohnung gerade jetzt verbraucht
  • Zählerstand Bezug (und Einspeisung, falls vorhanden) in kWh
  • Spannung, Strom und Netzfrequenz

Neben der WLAN-Variante gibt es auch eine UART-Version für die Kabelverbindung, etwa zu einem Raspberry Pi oder einem Speicher-System.

Montage: Magnetisch, fertig

Die Installation ist erfreulich unspektakulär. Der Lesekopf hat einen Ringmagneten und hält damit von selbst an der optischen Schnittstelle des Zählers – kein Kleben, kein Schrauben, kein Eingriff in die Zähleranlage.

  1. Lesekopf mittig auf die Infrarot-Schnittstelle des Zählers setzen. Der Magnet zieht ihn praktisch von allein an die richtige Stelle.
  2. Mit einem festen USB-Netzteil mit Strom versorgen.
  3. Das Gerät öffnet einen eigenen WLAN-Hotspot. Darüber trägt man die Zugangsdaten des Heimnetzes ein.
  4. In der Weboberfläche von Tasmota das passende Zählerskript auswählen – es sagt dem Lesekopf, wie er die Daten des jeweiligen Zählermodells zu lesen hat.

Sinnvoll ist es, dem Lesekopf im Router (bei mir eine FRITZ!Box) eine feste IP-Adresse zu geben. Dann ist die Weboberfläche immer unter derselben Adresse erreichbar.

Zähler nicht auf der Liste – und ein Support, wie man ihn selten erlebt

bitShake pflegt eine umfangreiche Kompatibilitätsliste mit fertigen Skripten für viele gängige Zähler. Mein neuer Logarex LK11BE war dort allerdings nicht zu finden. Ohne passendes Skript liefert der Lesekopf zwar Rohdaten – aber eben keine sauber benannten Werte.

Also habe ich den Support angeschrieben. bitShake bietet dafür einen WhatsApp-Chat an, und das war schon der erste angenehme Überraschungsmoment: kein Ticketsystem, kein Formular, keine Warteschleife. Einfach eine Nachricht schreiben.

Die Antwort kam sofort. Und sie bestand nicht aus einem Link zur FAQ oder einem knappen Zweizeiler, sondern aus echter Hilfe – freundlich, unkompliziert und Schritt für Schritt, bis alles funktionierte:

  • welches vorhandene Skript als Grundlage passt (bei mir die Vorlage für den verwandten LK13BE)
  • wie man es im Lesekopf einspielt und prüft, ob die Werte plausibel ankommen
  • wie die Messwerte in der bitShake.app richtig zugeordnet werden

Zum Schluss wollte der Support sogar noch selbst kontrollieren, ob alles korrekt läuft. Nach Jahrzehnten in der IT-Branche weiß ich, wie selten so etwas ist. Einen Support auf diesem Niveau habe ich wirklich nur selten erlebt – und darüber freue ich mich bis heute.

So kommen die Daten in Home Assistant

Die Verbindung läuft über MQTT – ein schlankes Nachrichtenprotokoll, bei dem Geräte ihre Werte an eine zentrale Vermittlungsstelle (den Broker) schicken. Home Assistant holt sie dort ab. bitShake beschreibt den Ablauf in einer eigenen Anleitung für Home Assistant:

  1. In HA unter Einstellungen → Apps den Mosquitto Broker installieren und starten, danach unter Geräte & Dienste die MQTT-Integration hinzufügen.
  2. Einen eigenen Benutzer für MQTT anlegen (bei mir heißt er schlicht tasmota).
  3. In der Weboberfläche des Lesekopfs unter Einstellungen → MQTT die Adresse von Home Assistant, Benutzername und Passwort eintragen.
  4. Unter Geräte & Dienste taucht der Lesekopf über die Tasmota-Integration automatisch auf. Hinzufügen, Bereich zuweisen – fertig.

Ab diesem Moment erscheinen Leistung, Zählerstand, Spannung, Strom und Frequenz als eigene Sensoren. Den Zählerstand habe ich anschließend im Energie-Dashboard von HA als Netzbezug eingetragen.

Richtig spannend wird es in Kombination mit den Messsteckdosen: Ein kleiner Template-Helfer zieht die Summe aller einzeln gemessenen Geräte von der Gesamtleistung ab. Übrig bleiben die „Sonstigen Verbraucher“ – also alles, was bisher unsichtbar im Hintergrund Strom gezogen hat. Eine Automation hält außerdem jede Nacht die Grundlast fest. Damit beginnt jetzt die Jagd nach den heimlichen Stromfressern.

Noch ein Hinweis: Auf dem Lesekopf läuft eine von bitShake angepasste Tasmota-Version mit SML-Unterstützung (das Protokoll, in dem viele Zähler ihre Daten senden). Ein Firmware-Update auf eine Standard-Tasmota-Version sollte man deshalb nicht einfach einspielen – sonst ist die Zählerunterstützung weg.

Fazit

Der bitShake SmartMeterReader macht genau das, was er soll – und zwar ohne Umwege. Magnet an den Zähler, WLAN einrichten, MQTT verbinden: Nach kurzer Zeit laufen die Daten in Home Assistant ein, und seitdem spielt alles völlig ohne Probleme zusammen.

Was mich aber am meisten beeindruckt hat, ist der Mensch hinter dem Produkt. Ein Hersteller, der per WhatsApp sofort antwortet und sich die Zeit nimmt, einen Kunden Schritt für Schritt bis zum Ziel zu begleiten – das ist heute alles andere als selbstverständlich. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das Team von bitShake.

Wer seinen Stromverbrauch lokal und ohne Cloud-Zwang in Home Assistant sehen möchte, findet hier eine klare Empfehlung. Ich freue mich über eure Erfahrungen mit Leseköpfen und Zählern – und bin gespannt, welche Stromfresser die nächsten Nächte noch ans Licht bringen.

Links, Bezugsquellen und weitere Informationen

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Weitere Bezugsquellen

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