Heute ist bei mir ein Paket angekommen, auf das ich tatsächlich ziemlich gespannt war: Filament der Recycling Fabrik.
Schon beim Auspacken fiel mir etwas positiv auf. Alles war ordentlich und sicher verpackt, gleichzeitig wurde aber nicht unnötig mit irgendwelchem Hochglanz-Verpackungsmaterial um sich geworfen. Stattdessen passte auch die Verpackung zum eigentlichen Gedanken hinter dem Produkt: Recycling und ein bewussterer Umgang mit Materialien.
Und dann sind da natürlich die Filamente selbst.
Flauschiges Schaf, Kluge Maus und Nasser Elefant
Ich muss zugeben: Die Namen haben es mir von Anfang an angetan.
Andere Hersteller nennen ihre Farben Weiß, Grau oder Blau. Bei der Recycling Fabrik heißen sie beispielsweise „Flauschiges Schaf“, „Kluge Maus“ oder „Nasser Elefant“.
Klingt vielleicht erst einmal nach einer Kleinigkeit, macht die Sache aber sympathisch. Man liest diese Namen und möchte automatisch wissen, wie die Farbe dahinter eigentlich aussieht. Irgendwie bekommt eine einfache Rolle Filament dadurch schon einen eigenen Charakter.
Bei mir funktioniert das jedenfalls hervorragend. Bei „Nasser Elefant“ oder „Flauschiges Schaf“ werde ich deutlich neugieriger als bei „Grau 02“ oder „Weiß Standard“.
Aber ein schöner Name alleine macht natürlich noch kein gutes Filament.
Deshalb gab es nach dem Auspacken auch keine lange Wartezeit.
Das PLA musste sofort in den Drucker
Ich wollte wissen, wie sich das Material tatsächlich drucken lässt. Also Rolle ausgepackt, PLA in den Drucker geladen und losgelegt.
Keine besonderen Vorbereitungen, kein langes Herumprobieren – einfach drucken.
Und mein erster Eindruck nach diesem Test ist ziemlich eindeutig:
SUPER
Das Filament lief bei meinem ersten Druck völlig problemlos durch. Keine Auffälligkeiten, keine Schwierigkeiten und nichts, bei dem ich erst irgendwelche Einstellungen korrigieren musste.
Genau so wünsche ich mir das eigentlich.
Natürlich ist ein einzelner Druck noch kein Langzeittest. Das möchte ich auch gar nicht daraus machen. Aber der erste Eindruck zählt nun einmal – und der ist bei mir ausgesprochen gut.
Und was druckt man als Testobjekt?
Jetzt bitte nicht lachen.
Natürlich hätte ich irgendein aufwendiges 3D-Modell, eine technische Testfigur oder einen dieser klassischen Calibration Cubes drucken können.
Habe ich aber nicht.
Mein erstes Testobjekt wurde ein Halter für einen Deo-Roller.
Der Sinn des kleinen Teils ist sogar gar nicht so unsinnig, wie es zunächst klingt: Der Deo-Roller steht darin dauerhaft auf dem Kopf. Dadurch befindet sich die Flüssigkeit immer direkt an der Kugel und man muss morgens nicht erst minutenlang versuchen, den letzten Rest aus dem Behälter herauszubekommen.
Also durchaus ein praktischer 3D-Druck – auch wenn er vermutlich keinen Designpreis gewinnen wird.
Für mich war aber ohnehin etwas anderes entscheidend: Wie sieht der fertige Druck aus?
Und genau da hat mich das Filament überzeugt.
Der Druck ist extrem sauber geworden. Saubere Flächen, ein ordentliches Gesamtbild und bei diesem ersten Versuch keinerlei Probleme.
Mehr wollte ich für den Einstieg eigentlich gar nicht wissen.
Im Gegenteil: Nach diesem ersten Druck bekommt man direkt Lust darauf, die nächsten Farben auszuprobieren.
Was steckt hinter der Recycling Fabrik?
Das Interessante an der Recycling Fabrik ist nicht nur die etwas andere Namensgebung ihrer Filamente.
Das Unternehmen sitzt in Braunschweig und hat sich auf die Wiederverwertung von Kunststoffen aus dem 3D-Druck spezialisiert. Entwicklung und Herstellung der Filamente erfolgen nach Angaben des Unternehmens in Deutschland. (Recycling Fabrik GmbH)
Der Grundgedanke gefällt mir besonders gut: Beim 3D-Druck entsteht zwangsläufig Abfall. Supports, Brims, misslungene Drucke, Prototypen und die letzten Filamentreste einer Rolle landen normalerweise irgendwann im Müll.
Genau dieses Material versucht die Recycling Fabrik wieder in den Kreislauf zurückzubringen.
Aktuell nimmt das Unternehmen unter anderem PLA- und PETG-Reste zur Wiederverwertung an. Aus aufbereiteten 3D-Druckabfällen entsteht anschließend wieder Filament, unter anderem rPLA. Wer eigenes Material einsendet, kann dafür außerdem Guthaben erhalten, das später beim Kauf von Filament eingesetzt werden kann. (Recycling Fabrik GmbH)
Das ist ein Konzept, das meiner Meinung nach gerade beim 3D-Druck Sinn ergibt. Jeder, der regelmäßig druckt, kennt die Kiste mit irgendwelchen Supports, Fehldrucken und Filamentstücken, bei denen man sich jedes Mal denkt: Eigentlich viel zu schade für den Müll.
Wenn daraus wieder brauchbares Filament entstehen kann – umso besser.
Der erste Druck macht jedenfalls Lust auf mehr
Nach dem heutigen ersten Test kann ich natürlich noch keine Aussage darüber treffen, wie sich das Filament nach mehreren Rollen, unterschiedlichen Bauteilen oder langen Druckzeiten verhält.
Was ich aber sagen kann:
Auspacken, Filament laden, Druck starten – und das Ergebnis war auf Anhieb sauber.
Genau so sollte es sein.
Dazu kommen die ungewöhnlichen Farben und diese herrlich sympathischen Namen. Ich erwische mich jedenfalls jetzt schon dabei, dass ich wissen möchte, wie Flauschiges Schaf, Kluge Maus, Nasser Elefant und die anderen Kandidaten am Ende als fertiges Druckteil aussehen.
Der unspektakuläre Deo-Roller-Halter hat den Anfang gemacht.
Die anderen Rollen werden mit Sicherheit nicht lange liegen bleiben.
#recyclingfabrik, #everloop3d

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