PSK Reporter gehört für mich zu den Webseiten, die im Amateurfunk inzwischen fast selbstverständlich geworden sind. Besonders bei FT8 und anderen digitalen Betriebsarten genügt ein Blick auf die Karte und man bekommt ziemlich schnell eine Antwort auf die entscheidende Frage: Wo wird mein Signal eigentlich gehört?
Genau dafür ist PSK Reporter hervorragend geeignet.
Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken. Wer die Seite zum ersten Mal öffnet oder einfach alle möglichen Anzeigen aktiviert lässt, bekommt schnell eine Karte präsentiert, auf der vor lauter Bubbles, Monitoren, Linien und zusätzlichen Informationen kaum noch zu erkennen ist, was eigentlich wichtig ist.
Dabei lässt sich PSK Reporter sehr schön aufräumen.
Ich zeige hier einmal meine bevorzugte Einstellung und gehe Schritt für Schritt durch die wichtigsten Optionen.
Was macht PSK Reporter eigentlich?
PSK Reporter sammelt automatisch Empfangsmeldungen von zahlreichen Amateurfunkstationen rund um die Welt.
Programme wie WSJT-X können empfangene Signale an PSK Reporter melden. Dadurch entsteht praktisch in Echtzeit ein ziemlich interessantes Bild darüber, welche Signale wo empfangen werden.
Für die eigene Station bedeutet das beispielsweise:
Ich sende auf 20 Meter FT8 und kann kurze Zeit später sehen, welche Stationen mein Signal aufgenommen haben. Damit lässt sich sehr schnell beurteilen, ob das Band offen ist, in welche Richtung die Ausbreitung momentan funktioniert und natürlich auch, ob die eigene Station überhaupt vernünftig herauskommt.
Gerade nach Änderungen an einer Antenne ist das interessant.
Auch bei geringer Leistung kann man wunderbar beobachten, wohin es das eigene Signal schafft. Und manchmal erlebt man dabei durchaus Überraschungen.
PSK Reporter ist also weit mehr als eine hübsche Karte mit Punkten.
Die Karte aufrufen
Die eigentliche Karte findet man auf:
pskreporter.info/pskmap
Oben befindet sich die Abfragezeile. Hier wird festgelegt, welche Daten angezeigt werden sollen.
Typischerweise möchte ich wissen, wo mein eigenes Signal empfangen wurde.
Dazu wähle ich sinngemäß:
show signals – sent by – the callsign
Anschließend kommt das eigene Rufzeichen in das entsprechende Feld.
Zusätzlich lassen sich Band, Betriebsart und Zeitraum festlegen.
Wer beispielsweise wissen möchte, wo sein FT8-Signal auf 20 Meter während der letzten Stunde gehört wurde, kann genau diese Kombination auswählen.
Danach genügt ein Klick auf Go!
Und jetzt wird es interessant.
Erst einmal Ordnung schaffen
Die Standardeinstellung von PSK Reporter ist funktional, aber für meinen Geschmack deutlich zu voll.
Vor allem die zahlreichen großen Marker beziehungsweise Bubbles machen die Karte schnell unübersichtlich. Dazu kommen je nach Einstellung Verbindungslinien, weitere Monitorstationen und zusätzliche grafische Elemente.
Das brauche ich alles nicht ständig.
Mein Ziel ist eine Karte, auf der ich innerhalb weniger Sekunden erkennen kann:
Wo wurde ich gehört, wann wurde ich dort gehört und mit welcher Signalstärke?
Mehr muss zunächst gar nicht auf die Karte.
Dafür öffnen wir oben Display options.
Die unnötigen Bubbles verschwinden lassen
Einer der wichtigsten Schritte ist das Ausblenden der Monitorstationen, die für unsere aktuelle Betrachtung überhaupt keine Rolle spielen.
In den Display Options gibt es dafür unter anderem:
Hide faint monitors
Diese Option sollte aktiviert werden.
Ebenfalls sinnvoll ist:
Hide monitors if no reports
Auch diese Option aktiviere ich.
Damit verschwinden bereits zahlreiche Marker von der Karte, die zwar zeigen, dass irgendwo eine Empfangsstation vorhanden ist, mir für die aktuelle Betrachtung meines Signals aber keinen wirklichen Mehrwert liefern.
Genau diese Bubbles sind einer der Hauptgründe, warum PSK Reporter auf den ersten Blick häufig viel komplizierter aussieht, als es eigentlich ist.
Meine Devise lautet deshalb:
Alles ausblenden, was für die aktuelle Auswertung nicht gebraucht wird.
Die Karte wird dadurch erheblich übersichtlicher.
Die große pinkfarbene Bubble ebenfalls entfernen
Eine weitere Option heißt:
Hide pink blob
Auch diese aktiviere ich.
Die zusätzliche pinkfarbene Darstellung mag für bestimmte Betrachtungen durchaus ihre Berechtigung haben. Für eine saubere Übersicht meiner Empfangsberichte brauche ich sie allerdings nicht.
Also weg damit.
Schon jetzt sieht die Karte wesentlich ruhiger aus.
Zeit direkt am Marker anzeigen
Jetzt kommen wir zu einer Anzeige, die ich dagegen ausdrücklich haben möchte.
Die Marker auf der Karte können anzeigen, wie lange der betreffende Empfang zurückliegt.
Genau das ist ausgesprochen praktisch.
Statt lediglich zu sehen, dass beispielsweise eine Station in Nordamerika mein Signal irgendwann innerhalb des gewählten Zeitraums empfangen hat, erkenne ich unmittelbar, ob der Spot beispielsweise erst wenige Minuten oder bereits mehrere Stunden alt ist.
Diese Zeitinformation sollte deshalb sichtbar bleiben.
In den Display Options darf Hide seen times entsprechend nicht aktiviert sein.
Die Empfangszeiten bleiben dadurch direkt an den Markern sichtbar.
Das macht einen enormen Unterschied, wenn man die momentanen Ausbreitungsbedingungen beurteilen möchte.
Signalstärke beziehungsweise SNR anzeigen
Noch interessanter wird die Karte, wenn zusätzlich die empfangene Signalstärke angezeigt wird.
Dafür gibt es in den Display Options:
Show snr
Diese Option aktiviere ich.
SNR steht für Signal-to-Noise Ratio, also das Verhältnis des empfangenen Signals zum Rauschpegel.
Gerade bei FT8 sind Werte wie -5 dB, -12 dB oder -20 dB völlig normal.
Wichtig ist dabei: Diese Werte sind nicht mit einer klassischen S-Meter-Anzeige gleichzusetzen. Trotzdem liefern sie einen sehr guten Anhaltspunkt dafür, wie kräftig beziehungsweise wie schwach das eigene Signal an der jeweiligen Empfangsstation angekommen ist.
Damit habe ich jetzt genau die beiden Informationen auf der Karte, die mich besonders interessieren:
Zeit und SNR.
Ich sehe also nicht nur wo mein Signal angekommen ist, sondern auch wann und wie gut.
Die „Sparkly Marker“ sinnvoll einstellen
PSK Reporter kann besonders aktuelle Empfangsmeldungen optisch hervorheben. In den Display Options findet sich dafür die Einstellung:
Minutes for Sparkly markers
Hier wird festgelegt, wie lange ein neuer Empfangsbericht besonders hervorgehoben wird.
Die Einstellung erfolgt in Minuten.
Ich würde hier keinen unnötig langen Zeitraum wählen. Der Sinn dieser Hervorhebung besteht schließlich darin, wirklich aktuelle Meldungen sofort von älteren unterscheiden zu können.
Ein Wert von beispielsweise 10 Minuten ist dafür ein guter Ausgangspunkt.
Damit erkennt man sehr schnell, welche Spots tatsächlich gerade eben eingetroffen sind.
Wer unmittelbar während des Sendens beobachtet, wie sich das eigene Signal ausbreitet, wird diese Funktion schnell zu schätzen wissen.
Verbindungslinien – praktisch, aber nicht immer
PSK Reporter kann die eigene Station und die Empfangsstationen mit Linien verbinden.
Das sieht zunächst beeindruckend aus und ist manchmal auch ausgesprochen hilfreich. Bei vielen Empfangsmeldungen entsteht daraus allerdings sehr schnell ein ziemliches Spinnennetz.
Deshalb gibt es unter Display options die Einstellung:
Hide connecting lines
Ist diese Option aktiviert, verschwinden die Verbindungslinien.
Möchte ich lediglich sehen, wo ich gehört wurde, lasse ich die Linien meistens ausgeschaltet. Die Karte bleibt dadurch wesentlich sauberer.
Will ich dagegen die Ausbreitungsrichtungen auf einen Blick sehen, schalte ich sie wieder ein.
Das ist also keine Einstellung, die grundsätzlich an oder aus sein muss. Ich benutze sie abhängig davon, was ich gerade untersuchen möchte.
Bei vielen Spots: Linien aus.
Bei einer gezielten Betrachtung der Ausbreitungswege: Linien an.
Auch den restlichen Ballast kann man entfernen
PSK Reporter bietet noch einige weitere grafische Elemente. Dazu gehören beispielsweise Nachtseite, Stadtbeleuchtung und zusätzliche Karteninformationen.
Das kann interessant aussehen, benötigt man für die normale Betrachtung der eigenen Empfangsmeldungen aber nicht unbedingt.
Wer eine möglichst reduzierte Darstellung möchte, kann beispielsweise zusätzlich:
Hide night shadow
und
Hide city lights
aktivieren.
Ob man die Tag-/Nacht-Grenze ausblendet, ist allerdings Geschmackssache.
Gerade auf den Kurzwellenbändern kann die Greyline durchaus eine interessante Zusatzinformation sein. Ich würde sie deshalb nicht grundsätzlich als nutzlos bezeichnen.
Wenn ich jedoch einfach nur schnell meine aktuellen Spots beurteilen möchte, bevorzuge ich eine möglichst aufgeräumte Karte.
Meine Einstellung für eine saubere PSK-Reporter-Karte
Wer PSK Reporter bisher kaum konfiguriert hat, kann mit folgender Einstellung beginnen:
Aktivieren:
- Hide faint monitors
- Hide monitors if no reports
- Hide pink blob
- Show snr
Nicht aktivieren:
- Hide seen times
Dadurch bleiben die Zeitangaben sichtbar.
Bei Minutes for Sparkly markers kann man zunächst 10 Minuten einstellen.
Die Verbindungslinien steuere ich je nach Bedarf über:
Hide connecting lines
Für eine möglichst saubere Karte aktiviere ich die Option – die Linien verschwinden.
Möchte ich die Funkwege sehen, entferne ich den Haken wieder.
Night Shadow und City Lights kann jeder nach persönlichem Geschmack ein- oder ausschalten.
Weniger ist hier tatsächlich mehr
PSK Reporter verleitet ein wenig dazu, möglichst viele Informationen gleichzeitig auf die Karte zu packen.
Genau das mache ich nicht.
Mich interessieren zunächst meine Empfangsberichte. Ich möchte sehen, wo mein Signal angekommen ist, wie aktuell der Spot ist und welchen SNR-Wert die Gegenstation gemeldet hat.
Alles andere kann ich bei Bedarf jederzeit wieder einschalten.
Mit wenigen Änderungen wird aus der anfangs ziemlich überladen wirkenden PSK-Reporter-Karte deshalb ein sehr brauchbares Werkzeug zur Beobachtung der eigenen Station.
Gerade beim Experimentieren mit Antennen, unterschiedlichen Leistungen oder verschiedenen Bändern ist das ausgesprochen hilfreich.
Ein paar CQ-Rufe beziehungsweise einige FT8-Durchgänge reichen häufig schon aus und kurze Zeit später sieht man, was die eigene Station tatsächlich macht.
https://pskreporter.info/pskmap.html

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