Eigentlich war der Plan bescheiden: Ein neues Board sollte ausgepackt, mit einem ordentlichen Betriebssystem bestückt und als neues Zuhause für OrbitHub getestet werden. Kaum eingeschaltet, startete der Radxa Dragon Q8B aber immer wieder neu – mitten im Boot. Die Ursache war am Ende nichts Spektakuläres, sondern ein USB-Kabel, das die Leistung beim Start nicht mitmachte. Mit einem anderen Kabel lief alles sofort, und seitdem bin ich ziemlich begeistert.
Was ist der Q8B überhaupt?
Der Q8B ist ein Einplatinencomputer im Stil des Raspberry Pi, aber aus einer ganz anderen Liga: Im Inneren arbeitet ein Qualcomm Snapdragon 8cx Gen 3 (ein Prozessor aus der Notebook-Klasse) mit acht Kernen und einer KI-Einheit mit über 29 TOPS. Dazu kommen zwei 2,5-Gigabit-Ethernet-Ports, PCIe 3.0, Anschlüsse für microSD, UFS und NVMe-SSD und bis zu 32 GB Arbeitsspeicher, je nach Ausführung.
Als Betriebssystem läuft bei mir das offizielle Radxa OS (es basiert auf Ubuntu 26.04) von einer microSD-Karte – Docker (die Container-Technik, in der OrbitHub läuft) war in wenigen Minuten installiert.
OrbitHub: der Unterschied ist enorm
OrbitHub lief bisher auf einem Raspberry Pi 3B – vier Kerne, 1 GB Arbeitsspeicher. Für ein Projekt mit über 32.000 Satelliten im Datenbestand war das eine Ansage. Auf dem Q8B habe ich beides direkt verglichen, mit denselben Daten:
| Raspberry Pi 3B | Radxa Dragon Q8B | |
|---|---|---|
| Alle Datensätze aktualisieren | 11,6 Sek. | 2,7 Sek. |
| Satellitenliste (32.489 Einträge) laden | ca. 6,0 Sek. | ca. 0,6 Sek. |
Die Datensätze sind auf dem Q8B gut viermal schneller aktualisiert, und die komplette Satellitenliste erscheint gut neunmal schneller. Auf dem Pi wartet man dort merklich, auf dem Q8B ist sie praktisch sofort da. Im Leerlauf bleibt der Prozessor bei etwa null Prozent Last, die Temperatur liegt bei knapp 30 °C – der Lüfter dreht dabei so langsam, dass man ihn nicht hört.
Was noch drin ist
Der eigentliche Reiz liegt für mich in den Möglichkeiten, die das Board offenlässt:
- NVMe-SSD statt microSD: für den Dauerbetrieb schneller und deutlich schonender bei vielen Schreibzugriffen (Logs, Datenbestand).
- WLAN und Bluetooth: onboard gibt es beides nicht, dafür einen M.2-E-Key-Steckplatz für eine passende Funkkarte. Wer Kabel nicht mag, rüstet nach.
- Zwei Netzwerkanschlüsse: zum Beispiel einer für das Heimnetz, einer für ein eigenes Netz für Messgeräte oder Experimente.
- Reserven für mehr: SDR-Empfang, LoRa/TinyGS oder weitere Docker-Dienste neben OrbitHub – Platz und Leistung sind da.
Worauf man achten sollte
Das Board ist noch jung. Am Anfang lohnt ein Blick in die Radxa-Dokumentation: Die fertigen Systemabbilder gibt es dort zum Download. Für Ubuntu oder Fedora müssen im BIOS ein paar Kompatibilitätsoptionen eingeschaltet werden, und bei der Stromversorgung empfiehlt Radxa ein USB-C-Netzteil mit 20 V / 3 A. Und wenn das Board immer wieder neu startet: Erst das Kabel tauschen (spreche ja aus Erfahrung).
Fazit
Für OrbitHub ist der Q8B ein riesiger Sprung – schneller, kühler und mit viel Luft nach oben. Wer ein Projekt hat, das dem Raspberry Pi langsam die Puste ausgehen lässt, sollte sich das Board ansehen. Ich freue mich über jedes Feedback und jede Erfahrung mit dem Q8B – die nächsten Tests werden sicherlich spannend.
Links
- Radxa Dragon Q8B – Produktseite
- Radxa Dragon Q8B – Dokumentation
- Radxa Dragon Q8B – Downloads
- OrbitHub – Website
- OrbitHub auf GitHub
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