Wer mit mehreren Rechnersystemen arbeitet, kennt den Aufwand: Ein Rechner braucht kurz einen Monitor, am nächsten fehlt die Tastatur, und für eine Installation werden wieder Kabel umgesteckt. Gerade bei Einplatinencomputern und Testsystemen ist der eigentliche Handgriff oft schnell erledigt – das Anschließen der Peripherie dauert länger.
Hier setzt der Radxa Linkr an, den ich zusammen mit meinem Radxa Dragon Q8B im Einsatz habe. Der kompakte Helfer bringt Bildschirm, Tastatur und Maus in den Browser. Damit passt er hervorragend zu einem Arbeitsplatz, an dem mehrere Systeme betreut werden.
Was macht der Linkr?
Der Linkr ist ein Hardware-KVM für den Netzwerkzugriff. KVM steht für „Keyboard, Video, Mouse“, also Tastatur, Bild und Maus. Er nimmt das HDMI-Bild des angeschlossenen Rechners entgegen und übermittelt Eingaben über USB zurück. Auf dem Zielrechner ist dafür keine zusätzliche Fernwartungssoftware erforderlich.
Der große Vorteil: Der Zugriff setzt keinen fertig gestarteten Desktop voraus. Auch BIOS beziehungsweise UEFI und Installationsumgebungen lassen sich grundsätzlich bedienen, sofern das Zielsystem dort HDMI-Bild und USB-Eingaben bereitstellt. Das macht den Linkr besonders interessant für Einrichtung und Wartung. Radxa beschreibt außerdem einen lokalen Betrieb ohne Cloud-Abhängigkeit. Produktinformationen von Radxa
Warum das bei mehreren Rechnern so praktisch ist
Ein gemeinsamer Arbeitsplatz mit einem guten Bildschirm und einer vertrauten Tastatur genügt, um unterschiedliche Systeme über den Browser zu betreuen. Zusätzliche Monitore auf dem Tisch werden dadurch vielfach überflüssig. Auch ein Rechner im Regal bleibt bequem erreichbar.
Die zugehörige Plattform linkr.now kann mehrere Linkr-Geräte im lokalen Netzwerk entdecken und zentral zugänglich machen. Mit eindeutigen Gerätenamen lassen sich beispielsweise Entwicklungsrechner, Server und Testsystem gut auseinanderhalten. Für mehrere dauerhaft angeschlossene Zielrechner wird entsprechend jeweils ein Linkr benötigt; ein einzelnes Gerät betreut den jeweils per HDMI und USB angeschlossenen Rechner. Beschreibung von linkr.now
Für wechselnde Projekte ist auch ein einzelner Linkr sinnvoll: Er lässt sich an das gerade benötigte System anschließen und erspart einen eigenen Satz aus Monitor, Tastatur und Maus.
Bei mir im Einsatz: der Radxa Dragon Q8B
Ich nutze den Linkr zusammen mit dem Radxa Dragon Q8B. Das Board basiert auf dem Qualcomm Snapdragon 8cx Gen 3 mit acht CPU-Kernen und bietet unter anderem einen HDMI-Ausgang sowie zwei 2,5-Gigabit-Ethernet-Anschlüsse. Radxa Dragon Q8B
Für diese Kombination ist der Linkr eine passende Ergänzung: Der Q8B steht als eigenständiges Rechnersystem zur Verfügung, während seine Bedienoberfläche am Hauptrechner im Browser erreichbar ist. Besonders attraktiv finde ich daran, dass auch bei Arbeiten rund um Installation und Systemstart ein direkter Blick auf die Bildschirmausgabe möglich bleibt.
Technische Eckdaten
| Merkmal | Radxa Linkr |
|---|---|
| Videoeingang | HDMI, laut Radxa bis zu 2K bei 30 Hz |
| Videoübertragung | H.264 über WebRTC oder MJPEG über WebSocket |
| Eingaben | Tastatur und Maus über USB |
| Kabelnetzwerk | 10/100 Mbit/s über USB-C-Netzwerkport und RJ45-Anbindung |
| Weitere Verbindungen | USB-C-Direktverbindung, WLAN und WLAN-Hotspot |
| Installationsmedien | Virtuelle Datenträger mit ISO- und IMG-Dateien |
| Hilfsfunktionen | Screenshots, Bildschirmaufnahme, Texteingabe und Tastenkürzel |
| Zugriff von unterwegs | Tailscale-Unterstützung |
Die Angaben stammen aus der Schnittstellenbeschreibung, der Produktseite und der Bedienungsanleitung. Virtuelle Datenträger sind besonders praktisch für Wartung und Installation; ihre Nutzung hängt unter anderem vom verfügbaren Speicher und der Boot-Unterstützung des Zielsystems ab.
So wird der Linkr angeschlossen
Die Verkabelung am Q8B lässt sich gut in drei Verbindungen aufteilen:
- Bild anschließen: Den HDMI-Ausgang des Q8B mit dem HDMI-Eingang des Linkr verbinden.
- Bedienung anschließen: Einen USB-Port des Q8B über ein Datenkabel mit dem USB-C-Device-Port des Linkr verbinden. Hierüber laufen Tastatur- und Mausbefehle. Der Linkr kann über diesen Anschluss auch mit Strom versorgt werden.
- Zugriff herstellen: Den USB-C-Netzwerkport des Linkr entweder direkt mit dem Bedienrechner verbinden oder über das passende USB-C-zu-RJ45-Kabel an Router beziehungsweise Switch anschließen.
Die beiden USB-C-Anschlüsse haben also unterschiedliche Aufgaben: Der Device-Port gehört zum gesteuerten Rechner, der Netzwerkport zur Zugriffsseite. Der Q8B benötigt weiterhin seine eigene Stromversorgung. Anschlussbeschreibung
Für die erste Einrichtung sieht Radxa eine kabelgebundene Verbindung vor. Anschließend lassen sich WLAN oder der eigene WLAN-Hotspot konfigurieren. Verbindungsvarianten
Danach öffnet man linkr.now im Browser, erlaubt bei Bedarf den Zugriff auf das lokale Netzwerk und startet die Gerätesuche. Nach Auswahl des Linkr werden Benutzername, Passwort und Gerätename festgelegt. Anschließend steht die Bedienoberfläche bereit. Anleitung zur Ersteinrichtung
Für meinen Einsatz mit dem Q8B ist der Linkr eine sinnvolle Ergänzung. Besonders ansprechend ist die Verbindung aus kompakter Hardware, Browserbedienung und Zugriff schon vor dem Start des Betriebssystems. Wer mehrere Rechnersysteme betreut, bekommt damit eine praktische Möglichkeit, den Arbeitsplatz übersichtlich zu halten und Wartungsarbeiten bequemer zu erledigen.
Sources: Official Radxa product information and documentation.
🔗 https://radxa.com/products/linkr/linkr/
🔗 https://docs.radxa.com/en/linkr/linkr/getting-started/quick-start
🔗 https://radxa.com/products/dragon/q8b/
🔗 https://linkr.now/
Image: AI-generated illustration based on official Radxa product imagery; not a product photograph.
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