Wer Antennen im eigenen Garten plant, steht schnell vor ganz praktischen Fragen: Wie groß ist das Grundstück wirklich, wo verlaufen die Grenzen, welche Abstände sind möglich und wie sieht das Geländeprofil in Funkrichtung aus. Mit den richtigen Werkzeugen lässt sich das erstaunlich genau am Rechner vorbereiten.
Ein bewährtes Basiswerkzeug ist Google Earth. Mit der kostenlosen Desktop-Version „Google Earth Pro“ lassen sich Entfernungen, Flächen und Höhen direkt auf dem Satellitenbild messen. Über das Lineal-Werkzeug können Grundstücke als Polygon nachgezeichnet, Antennenstandorte markiert und sogar Höhenprofile entlang beliebiger Richtungen angezeigt werden. Gerade für VHF/UHF-Planungen ist das ein enormer Vorteil, um Abschattungen oder Geländeerhebungen frühzeitig zu erkennen.
Viele Funkamateure erinnern sich zudem an ein älteres, aber bis heute sehr leistungsfähiges Planungstool: Radio Mobile. Dieses Programm – wahlweise als Desktop-Version oder direkt im Browser – erlaubt die Simulation kompletter Funkstrecken. Antennenhöhe, Gewinn, Standort und Richtung können auf Karten eingezeichnet werden, während das Programm Reichweiten, Sichtverbindungen und Fresnel-Zonen berechnet. Als Kartenhintergrund lassen sich unter anderem Google-Maps-Daten nutzen, was die Planung besonders anschaulich macht.
Für eine schnelle Analyse des Funkhorizonts eignet sich HeyWhatsThat. Das Web-Tool erzeugt aus einem Standort heraus ein exaktes Höhen- und Horizontprofil und zeigt sehr gut, in welchen Richtungen freier Funkblick besteht und wo Gelände im Weg steht. Ideal, um Antennenrichtungen grob zu bewerten oder Standorte zu vergleichen.
Ebenfalls nützlich ist UbiquitiAirLink, ursprünglich für WLAN-Strecken gedacht, aber hervorragend geeignet, um Sichtverbindungen und Höhenprofile zwischen zwei Punkten zu prüfen. Ergänzend liefern Karten wie OpenTopoMap ein sehr gutes topografisches Verständnis der Umgebung.
Die beste Praxis hat sich schnell herauskristallisiert: Zuerst den eigenen Garten und mögliche Antennenstandorte mit Google Earth Pro exakt vermessen, anschließend die geplanten Antennen in Radio Mobile oder vergleichbaren Tools simulieren. So lassen sich Fehlplanungen vermeiden und die vorhandene Fläche optimal nutzen – ganz gleich, ob für Kurzwelle, VHF/UHF oder Satellitenbetrieb.
Alle genannten Werkzeuge sind frei verfügbar und mit etwas Übung erstaunlich präzise. Für uns Funkamateure bieten sie eine hervorragende Möglichkeit, Antennenprojekte realistisch zu planen, bevor der erste Mast im Garten steht 📡
