Mein KiwiSDR 2 ist online – hört doch mal in Berlin rein!

Manchmal braucht es nur einen Browser, ein paar freie Minuten und eine interessante Frequenz – und schon ist man wieder mitten im Hobby. Genau dazu möchte ich euch einladen: Seit rund einer Woche läuft hier bei mir in Berlin ein KiwiSDR 2, den ihr über das Internet selbst bedienen könnt.

Die Adresse ist schnell gemerkt: kiwi.dl7ag.de.

Einfach aufrufen, eine Frequenz auswählen und reinhören. Was kommt hier gerade an? Wo läuft eine interessante Runde? Und wie klingt das Band aus Berliner Sicht? Das könnt ihr jetzt selbst ausprobieren.

Ein Stück von meinem Shack für euch

Das Schöne am Kiwi ist für mich, dass ich den Empfang hier mit anderen teilen kann. Ihr hört über meine Antenne, stimmt den Empfänger aber selbst ab. Jeder kann auf seiner eigenen Frequenz unterwegs sein – während einer Rundfunk hört, kann ein anderer über die Amateurfunkbänder drehen.

Der KiwiSDR deckt den Bereich von 10 kHz bis 30 MHz ab. Bedient wird er im Browser, auch auf einem Tablet oder Smartphone. Für den Einstieg braucht ihr keine zusätzliche Empfangssoftware. Der Wasserfall zeigt, wo Signale auftauchen, und mit einem Klick lässt sich die passende Stelle ansteuern. Die Grundlagen und Bedienelemente beschreibe ich auch in meinem deutschen Handbuch.

Für mich ist das eine der schönsten Seiten solcher Empfänger: Man kann einfach neugierig sein. Auch ohne eigene Kurzwellenstation lässt sich entdecken, was auf den Bändern los ist. Und wer selbst funkt, bekommt eine zusätzliche Empfangsperspektive.

Die erste Woche: Der Kiwi kann viel – die Antenne muss mitspielen

Zum Start hing eine MLA-30+ am Kiwi. Eine kompakte aktive Loop ist natürlich verlockend, gerade wenn der Platz begrenzt ist. Hier an meinem Standort in der Stadt war sie aber einfach nicht wirklich zu gebrauchen.

Das ist meine Erfahrung mit dieser Antenne unter den Bedingungen hier vor Ort. In der Stadt gehört leider einiges zum Empfang, das man eigentlich gar nicht hören möchte. Und auch ein guter SDR kann nur mit dem arbeiten, was am Antenneneingang ankommt.

Inzwischen hängt deshalb ein Multi-Dipol am Kiwi. Und der ist hier deutlich besser.

Dieser Wechsel macht für mich mehr aus als das Herumprobieren an irgendwelchen Einstellungen. Der Empfänger soll schließlich Signale hörbar machen, und dafür braucht er eine brauchbare Antenne. Mit dem Multi-Dipol ist jetzt eine deutlich bessere Grundlage da.

Natürlich bleibt die Station ein Projekt, an dem ich weiter ausprobieren werde. Nach rund einer Woche ist noch längst nicht alles ausgereizt. Aber genau das gehört für mich zum Amateurfunk dazu: aufbauen, zuhören, vergleichen und verbessern.

Auch diesmal gibt es die Anleitung auf Deutsch

Wie schon beim „alten“ KiwiSDR habe ich die Anleitung wieder ins Deutsche übersetzt. Beim KiwiSDR 2 ist daraus ein 74-seitiges deutsches Handbuch geworden.

Es behandelt sowohl die Empfängerseite für die Hörer als auch die umfangreiche Admin-Oberfläche für Betreiber. Die Bildschirmansichten stammen direkt aus meinem laufenden Gerät. Dazu kommen Erklärungen zu den einzelnen Bedienelementen, zur Einrichtung und zu weiterführenden Funktionen.

Mir war wichtig, dass man sich darin am eigenen Kiwi orientieren kann. Deshalb stehen die englischen Originalbegriffe in den Erklärungen dabei. Die deutsche Übersetzung ist eine Hilfe zur Bedienung; die Kiwi-Oberfläche selbst bleibt englisch.

Zusätzlich habe ich die KiwiSDR-Startseite ins Deutsche übertragen. Damit gibt es auch einen deutschsprachigen Überblick über Dokumentation, Unterstützung und die vielen Angebote rund um das Kiwi-Projekt.

Wer nur zuhören möchte, braucht sich natürlich nicht erst durch 74 Seiten zu arbeiten. Adresse aufrufen und loslegen reicht völlig. Wer genauer wissen möchte, was hinter den Schaltern steckt, kann tiefer einsteigen.

Ein paar Minuten reichen für den ersten Ausflug

Wenn ihr bisher noch keinen Kiwi benutzt habt, probiert es einfach aus:

  • Öffnet kiwi.dl7ag.de.
  • Wählt ein Band oder klickt auf ein Signal im Wasserfall.
  • Stellt die passende Betriebsart ein: beispielsweise AM für klassischen Rundfunk, LSB oder USB für Sprechfunk und CW für Telegrafie.
  • Falls der Browser die Audiowiedergabe zunächst blockiert, startet sie über das Bedienelement im Kiwi.

Gerade auf Kurzwelle lohnt es sich, zu verschiedenen Tageszeiten wiederzukommen. Ein Band, auf dem am Nachmittag wenig zu hören war, kann sich am Abend ganz anders präsentieren. Auch das ist Teil des Reizes: Der Empfang verändert sich, und jeder Besuch kann etwas Neues bringen.

Ich freue mich, wenn ihr meinen Kiwi ausprobiert. Schreibt mir gerne, was ihr gehört habt und wie der Empfang bei euch ankommt. Rückmeldungen zur Station und zur deutschen Anleitung sind ebenso willkommen.

Also: Kopfhörer auf, meinen Kiwi öffnen und ein bisschen über die Bänder drehen. Ich bin gespannt, was ihr entdeckt!

Quellen und weiterführende Informationen

Die Angaben zu meiner ersten Betriebswoche und zum Antennenwechsel beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen. Grundlage der technischen Erklärungen sind die offizielle KiwiSDR-Dokumentation und meine deutschen Bearbeitungen:

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