Von HamClock zu OpenHamClock – ein moderner Nachfolger für das Amateurfunk-Shack

28. Juli 2026

HamClock dürfte vielen Funkamateuren bekannt sein. Über Jahre hinweg hat die Software ihren festen Platz in zahlreichen Shacks gefunden und dort wichtige Informationen wie Ausbreitungsbedingungen, DX-Spots und weitere aktuelle Daten übersichtlich auf einem Bildschirm zusammengeführt.

Auch der US-amerikanische Funkamateur Matthew Foutch, AE4JC, gehörte zu den langjährigen Nutzern. In einem im März 2026 veröffentlichten Beitrag beschreibt er, wie HamClock bei ihm sogar auf zwei ausrangierten Linux-Laptops lief – einer im Shack und einer in der Garage.

Nach dem Tod des HamClock-Entwicklers beschäftigte sich AE4JC schließlich intensiver mit OpenHamClock und stellte eines seiner Systeme auf die neue Lösung um.  

OpenHamClock – die Idee lebt weiter

OpenHamClock ist keine einfache Kopie der bisherigen HamClock-Oberfläche. Vielmehr handelt es sich um eine moderne, quelloffene Neuimplementierung der grundlegenden Idee: Möglichst viele Informationen, die für den praktischen Amateurfunkbetrieb interessant sind, auf einer zentralen Oberfläche zusammenzuführen.

Dazu gehören unter anderem DX-Cluster-Spots, Informationen zur Funkwellenausbreitung, POTA- und SOTA-Aktivitäten sowie DXpeditionen. AE4JC beschreibt OpenHamClock entsprechend als deutlich anders als das Original, aber mit demselben grundlegenden Gedanken eines zentralen Amateurfunk-Dashboards.  

Das aktuelle OpenHamClock-Projekt geht inzwischen noch deutlich weiter. Laut Projektbeschreibung gehören beispielsweise Space Weather, Propagation Predictions, POTA, SOTA, WWFF, WWBOTA, PSKReporter, Satelliten-Tracking, WSJT-X-Integration und direkte Transceiver-Steuerung zum Funktionsumfang.  

OpenHamClock kann dabei direkt über den Browser verwendet werden:
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Wer das System lediglich ausprobieren möchte, benötigt damit zunächst keine eigene Installation.

Warum OpenHamClock lokal betreiben?

Genau hier wird der Erfahrungsbericht von AE4JC interessant. Statt OpenHamClock ausschließlich über die öffentlich erreichbare Webseite zu verwenden, entschied er sich für eine lokale Installation auf seinem Ubuntu-Linux-Rechner.

Dafür nennt er mehrere Gründe: Ein dedizierter Vollbild-Kiosk kann automatisch mit dem Rechner starten, die lokale Anwendung reagiert schnell, die Installation bleibt auf dem eigenen System und ist unabhängig davon nutzbar, ob die öffentliche OpenHamClock-Instanz gerade langsam oder nicht erreichbar ist. Außerdem lässt sich das eigene Shack-System umfangreicher kontrollieren und anpassen.  

Gerade für einen fest installierten Bildschirm im Shack ist das interessant. Ein kleiner Rechner oder ein ohnehin vorhandener älterer Computer kann so zu einem permanenten Informationsdisplay werden, das nach dem Einschalten direkt OpenHamClock anzeigt.

Auch der Raspberry Pi eignet sich

OpenHamClock ist nicht auf klassische Desktop-PCs beschränkt. Das Projekt stellt eine eigene Installationsmöglichkeit für den Raspberry Pi bereit und unterstützt dabei unter anderem einen Kiosk-Modus.

Bei einer solchen Installation startet der Pi direkt mit einem Chromium-Browser im Vollbild und zeigt OpenHamClock an. Alternativ lässt sich OpenHamClock lediglich als Server betreiben und anschließend über einen anderen Rechner, ein Tablet oder einen Browser im lokalen Netzwerk aufrufen.  

Damit bietet sich beispielsweise ein Raspberry Pi mit einem kleinen HDMI-Display als dauerhaftes OpenHamClock-Terminal im Shack an.

Die Software und Installationshinweise stehen auf GitHub zur Verfügung:
https://github.com/accius/openhamclock

Ein Dashboard mit sehr vielen Informationen

Die große Informationsdichte ist gleichzeitig eine Stärke und etwas, das bei der Hardware berücksichtigt werden sollte.

AE4JC weist aus seiner praktischen Erfahrung darauf hin, dass OpenHamClock auf einem größeren Bildschirm besonders gut zur Geltung kommt. Auf der Oberfläche werden zahlreiche Informationen gleichzeitig dargestellt, weshalb mehr Bildschirmfläche entsprechend mehr Übersicht bietet.

Sein älterer Laptop wird bei aktivierten Funktionen zudem durchaus gefordert. Funktionen könnten zwar abgeschaltet werden, um die Belastung zu reduzieren – AE4JC lässt sie jedoch lieber eingeschaltet, weil die vollständige Darstellung schlicht zu interessant aussieht.  

Für ein neues OpenHamClock-System muss also keineswegs ein Hochleistungs-PC angeschafft werden. Wer jedoch einen sehr alten Rechner wiederverwenden möchte, sollte damit rechnen, dass eine umfangreich konfigurierte Oberfläche entsprechende Ressourcen benötigt.

Open Source als wichtiger Unterschied

Besonders interessant ist die offene Weiterentwicklung des Projekts.

OpenHamClock steht unter der MIT-Lizenz, der Quellcode ist öffentlich auf GitHub verfügbar und die Amateurfunk-Community ist ausdrücklich eingeladen, sich an der Entwicklung zu beteiligen. Fehlerkorrekturen, neue Datenquellen, zusätzliche Panels und andere Erweiterungen können damit aus der Community selbst entstehen.  

Das ist für ein Projekt dieser Art ein wichtiger Punkt: Die Weiterentwicklung hängt nicht zwangsläufig von einem einzigen Entwickler ab.

Genau darin liegt eine der großen Chancen von OpenHamClock. Aus einer bekannten Idee entsteht ein modernes Amateurfunk-Projekt, das von der Community weiterentwickelt werden kann.

Vom alten Laptop zum modernen Shack-Display

Der Bericht von AE4JC zeigt außerdem sehr schön, dass vorhandene Hardware keineswegs ausgedient haben muss.

Bei ihm wurde bereits im März 2026 der Laptop im Shack von HamClock auf OpenHamClock umgestellt. Sein zweiter Rechner in der Garage lief zum Zeitpunkt des Artikels noch mit der ursprünglichen HamClock und sollte anschließend ebenfalls folgen.  

Ein älterer Laptop, ein kleiner Linux-PC oder ein Raspberry Pi kann damit eine neue Aufgabe bekommen: als dauerhaft eingeschaltetes Informationszentrum für den Amateurfunk.

Und genau das macht OpenHamClock für mich besonders interessant. Statt für DX-Spots, Ausbreitungsbedingungen, Aktivitäten, Satelliten und weitere Informationen ständig verschiedene Anwendungen und Webseiten zu öffnen, landet vieles auf einer gemeinsamen Oberfläche.

Für Funkamateure, die HamClock bereits genutzt haben, ist OpenHamClock daher definitiv einen Blick wert. Aber auch wer HamClock bisher gar nicht kannte und einfach nach einem modernen Dashboard für den eigenen Shack sucht, findet hier ein spannendes Open-Source-Projekt.

Quelle und weiterführende Links

Grundlage für diesen Artikel ist der Erfahrungsbericht „From HamClock to OpenHamClock“ von Matthew Foutch, AE4JC, veröffentlicht im März 2026. Ergänzende Angaben zum Funktionsumfang und zur Installation stammen aus der offiziellen Dokumentation des OpenHamClock-Projekts.  

AE4JC – Amateurfunk-Webseite von Matthew Foutch https://ae4jc.com

OpenHamClock – Live-Dashboard https://openhamclock.com

OpenHamClock – Quellcode und Dokumentation auf GitHub https://github.com/accius/openhamclock

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DL7AG

Lizenz seit 1979 (ehemals DC7VS), weltraumbegeistert und bereits Ende der 70er Jahre an der Wilhelm-Foerster-Sternwarte in Berlin (West) aktiv, Gründungsmitglied der Ortsverbände D23 „Freunde des CCC“ und D22 „Soziale Medien“, ehemaliger stellvertretender Distriktsvorsitzender Berlin sowie Distriktsvorsitzender Berlin, DARC Online-Redakteur und Social-Media-Verantwortlicher, Mitglied im Gremium „DARC 2020“, Inhaber des DARC Distrikt D Infomobils (2004), Rufzeichen DK0RBY, DN1RBY, DK0DTM und 5P7Z, nach über 40 Jahren Mitgliedschaft seit 2018 nicht mehr im DARC.

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