Am 22. Januar 2026 ist der Kleinsatellit BIROS wieder in die Erdatmosphäre eingetreten und vollständig verglüht – er existiert heute nicht mehr im Weltraum. Damit endet die beeindruckende Mission eines Satelliten, der fast zehn Jahre lang aus dem All unsere Erde beobachtet hat.
🌍 Was war BIROS?
BIROS steht für Bi-Spectral InfraRed Optical System und war ein kleiner, speziell entwickelter Satellit des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Er wurde im Juni 2016 gestartet und kreiste in rund 500 Kilometern Höhe um unseren Planeten.
BIROS war Teil der FireBIRD-Mission, zusammen mit einem Zwillingssatelliten namens TET-1. Gemeinsam bildeten sie ein „Tandem“, um Waldbrände und andere heiße Ereignisse auf der Erdoberfläche mit speziellen Infrarotkameras im Blick zu behalten.
🔥 Warum hat man BIROS gebaut?
Herkömmliche Satelliten, die die Erde beobachten, können nicht immer zuverlässig Feuer erkennen – besonders nicht nachts oder wenn Rauch am Himmel hängt. BIROS dagegen nutzte Infrarot-Kameras, die Wärmestrahlung messen. Das heißt:
- Er konnte Temperaturen von ca. 300 bis 1.300 °C erfassen.
- Dadurch sah er heiße Waldbrände, Vulkanausbrüche oder sogar Lava ganz genau, selbst wenn es dunkel war oder Rauch die Sicht verdeckte.
Das machte BIROS zu einem einzigartigen „Feuer-Scanner“ im All: klein, aber technisch sehr leistungsfähig für seine Aufgabe.
🛰️ Wie arbeitete BIROS zusammen mit TET-1?
BIROS und sein „Bruder“ TET-1 nutzten dasselbe Infrarot-Messsystem. Dieses System nannte man HSRS (Hot Spot Recognition System). Damit konnten sie:
- schon kleine Feuer entdecken
- die genaue Lage und Stärke von Bränden messen
- und selbst andere heiße Phänomene wie Industriehotspots oder Gasfackeln beobachten.
Durch diese Daten konnten Wissenschaftler und Einsatzkräfte besser verstehen, wo Feuer entstehen und wie sie sich entwickeln – ein wichtiges Werkzeug für Klimaforschung und Brandfrüherkennung.
🌌 Warum ist BIROS jetzt verglüht?
Satelliten, die in niedriger Höhe um die Erde kreisen, werden durch Luftteilchen im sogenannten Low Earth Orbit (LEO) langsam „abgebremst“. Das bedeutet: Über viele Jahre sinken sie immer tiefer, bis sie schließlich wieder in die Erdatmosphäre eintreten. Bei diesem Wiedereintritt wird der Satellit durch die Hitze der Reibung vollständig zerstört – so wie jetzt bei BIROS.
📡 Was bleibt von der Mission?
Auch wenn BIROS nun nicht mehr im All ist, haben die gesammelten Daten der letzten Jahre eine Menge Wissen gebracht. Die Erfahrungen aus der FireBIRD-Mission helfen dabei, zukünftige Satelliten und Beobachtungssysteme noch besser zu machen.
Foto:
BIROS + TET-1 (frei nutzbar, CC-BY 3.0)
https://commons.wikimedia.org/
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