OpenHamClock – der logische Nachfolger von HamClock

10. Februar 2026

Manchmal merkt man erst, wie gut ein Werkzeug wirklich war, wenn klar wird, dass es bald nicht mehr da ist. HamClock auf dem Raspberry Pi war genau so ein Fall: über Jahre hinweg ein geniales, kostenloses Info-Dashboard für Funkamateure – simpel, zuverlässig, immer im Blick.

Doch ab Sommer 2026 ist Schluss: Durch den Tod des Autors werden die für HamClock notwendigen Server abgeschaltet. Damit verliert das Projekt seine technische Basis und wird faktisch nicht mehr nutzbar.

Und genau hier kommt OpenHamClock ins Spiel.

OpenHamClock ist nicht einfach nur „ähnlich“, sondern konsequent als Nachfolger gedacht:

✔ läuft vollständig im Browser

keine Installation, kein Raspberry Pi, kein Image, kein Gefrickel

✔ unabhängig von zentralen Serversystemen eines einzelnen Entwicklers

Kurz gesagt: öffnen, konfigurieren, fertig. So wie man es sich 2026 eigentlich überall wünscht.


Kurzer Vergleich: HamClock vs. OpenHamClock

HamClock (Raspberry Pi)

Vorteile

  • Sehr übersichtliches, durchdachtes Layout
  • Jahrelang erprobt, stabil
  • Läuft autark auf eigener Hardware
  • Ideal als dedizierte Shack-Anzeige

Nachteile

  • Raspberry Pi + Monitor nötig
  • Installation und Updates nicht ganz trivial
  • Abhängigkeit von externen Servern
  • Ab Sommer 2026 nicht mehr funktionsfähig

OpenHamClock (Browser)

Vorteile

  • Keine Installation, keine Hardwarebindung
  • Läuft auf PC, Mac, Tablet, Smartphone
  • Plattformunabhängig
  • Zukunftssicherer Ansatz
  • Sehr nah am HamClock-Look & Feel

Nachteile

  • Benötigt einen aktuellen Browser
  • Internetverbindung erforderlich
  • Kein „Standalone-Gerät“ wie ein dedizierter Pi
  • Noch nicht jede Funktion 1:1 identisch zu HamClock

Unterm Strich:

HamClock war großartig – OpenHamClock ist die zeitgemäße Antwort darauf.


Aufbau und Bedeutung der einzelnen Felder

OpenHamClock orientiert sich stark am bekannten Layout, was den Umstieg angenehm schmerzfrei macht.

Weltkarte / Grayline

Das Herzstück oben bzw. zentral:

  • Anzeige von Tag-/Nacht-Zonen (Grayline)
  • Eigene Position und optional DX-Gegenstellen
  • Extrem hilfreich für:
    • DX-Betrieb
    • Einschätzung von Ausbreitungsbedingungen
    • Short- und Long-Path-Entscheidungen

Ein Blick – und man weiß, ob 40 m gerade Sinn macht oder eher nicht.


UTC-Zeit & Lokalzeit

Zwei Zeiten, die im Funkalltag unverzichtbar sind:

  • UTC für Logs, Skeds, Baken, DX-Cluster
  • Lokalzeit für den eigenen Überblick

Kein Kopfrechnen mehr, kein „Moment, wie viel Uhr ist UTC jetzt eigentlich?“.


Sonnen- und Funkrelevante Daten

Je nach Konfiguration sichtbar:

  • Sonnenauf- und -untergang
  • Dämmerungszonen
  • Hinweise auf mögliche Bandöffnungen

Gerade für DX-Jäger Gold wert – und deutlich anschaulicher als reine Zahlen.


DX-Cluster / Spots

Ein Bereich für aktuelle Aktivitäten:

  • Wer funkt wo?
  • Auf welchem Band?
  • Welche Region gerade aktiv?

Perfekt, um spontan zu reagieren, ohne erst fünf Webseiten zu öffnen.


Eigene QTH-Informationen

  • Eigene Position (Locator, Koordinaten)
  • Entfernung & Richtung zu DX-Stationen
  • Azimut-Anzeige

Besonders praktisch, wenn man mit Richtantennen arbeitet oder portable unterwegs ist.


Konfigurierbare Info-Panels

OpenHamClock erlaubt es, Inhalte ein- oder auszublenden:

  • Mehr Fokus auf DX
  • Oder mehr Fokus auf Zeiten, Karte, Ausbreitung

Kein starres Layout – man passt es dem eigenen Funkstil an.


Fazit

HamClock war für viele von uns Standard im Shack. Dass es ab 2026 nicht mehr funktioniert, ist schade – aber realistisch.

OpenHamClock schließt genau diese Lücke: moderner, einfacher, flexibler und ohne die typischen Bastel-Hürden.

Wer bisher HamClock genutzt hat, wird sich sofort zurechtfinden.

Wer neu einsteigt, bekommt ein mächtiges Werkzeug ohne Einstiegshürden.

Oder anders gesagt:

👉 HamClock war gestern. OpenHamClock ist jetzt.

https://openhamclock.com

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DL7AG

Lizenz seit 1979 (ehemals DC7VS), weltraumbegeistert und bereits Ende der 70er Jahre an der Wilhelm-Foerster-Sternwarte in Berlin (West) aktiv, Gründungsmitglied der Ortsverbände D23 „Freunde des CCC“ und D22 „Soziale Medien“, ehemaliger stellvertretender Distriktsvorsitzender Berlin sowie Distriktsvorsitzender Berlin, DARC Online-Redakteur und Social-Media-Verantwortlicher, Mitglied im Gremium „DARC 2020“, Inhaber des DARC Distrikt D Infomobils (2004), Rufzeichen DK0RBY, DN1RBY, DK0DTM und 5P7Z, nach über 40 Jahren Mitgliedschaft seit 2018 nicht mehr im DARC.

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