Dieses Wochenende stand im Zeichen der HAMRADIO World.
In diesem Jahr mit dem Zusatz “World”. Ein “online” hätte eigentlich besser gepasst, denke ich.
Zuerst möchte ich einmal betonen, das die Planer und auch diejenigen, die es umgesetzt haben, ordentlich Mühe gegeben haben. Auch fanden das sicherlich gerade die jüngeren “Besucher” der HAMRADIO ganz toll und spannend.

Wer allerdings die 80er in Sachen Computer mitgemacht hat, sitzt teilweise bereits nach einigen Minuten vor dem Monitor und ist dezent genervt. Auch wenn sich die Macher der Sache unheimlich viel Mühe gegeben haben, das ganze 1:1 vom originalen Messegelände umzusetzen, so ist man durch die ewige Suche, wo man das, was man sucht, auch findet, ein wenig genervt.
Man kann ewig lange Gänge langlaufen, spazieren gehen und sonst irgendwie seine Langeweile rumkriegen, um dann letztendlich vor einer Wand oder Sackgasse zu stehen. Da helfen dann auch nicht viele tote Stände, die einen Flohmarkt zeigen sollen aber ansonsten nichts passiert.
Nett umgesetzt aber braucht man das so wirklich?
Ist da nicht mehr der Spieltrieb von einigen Leuten befriedigt worden?
Ok, wenn Sie Spaß dabei hatten – warum nicht!

Nett gemacht mit viel Liebe zu Detail

Leider hat man dabei aber wohl vergessen, sich mehr auf die Durchführung der Vorträge zu konzentrieren und sich dort mehr der Technik zu widmen.
So hatten es viele OMs nicht begriffen, das man sein Mikrofon bei den Vorträgen nicht einschalten darf, was derart viel Hintergrund Geräusche und Rückkopplungen brachte, das zum Beispiel der erste Vortrag von Emil Bergmann, DL8JJ, teilweise absolut null zu verstehen war.
Ein allgemeines “Mute” von einem Admin während des Vortrages hätte da sofort geholfen – nur hat das niemand getan.
Auch fand der Vortrag von Daniel Möller, DL3RTL, seines Zeichens Leiter der Bandwacht, erst gar nicht statt, weil er mit der Technik bezüglich seines Vortrages irgendwelche Probleme hatte – ein Admin hätte auch sicherlich hier helfen können. Einge Vorträge vielen einfach aus, der Referent erschien erst gar nicht, was natürlich kein Fehler der “Macher selbst war.
Aber auch etliche andere Vorträge vielen einfach aus – sehr schade!
Auch vervten die regelmäßigen Abbrüche des Video-Bildes bei Vorträgen, das egal was man unternahm, machte was es wollte.
Teilweise wurde das im Chat dazu auch kräftig moniert, bis man feststellte, das der “Live” Vortrag war eine Aufzeichnung war.
Die Fehler die bereits bei Aufzeichnung gemacht wurden, wurden entsprechend dann leider auch nicht geändert, was bei Dingen wie die fehlende Einblendung seines Screens von Peter Gülzow, DB2OS, der Chef der AMSAT-DL, einige Dinge unsinnig erschienen lassen. Hätte man das im Vorfeld nicht einmal kontrollieren können?

Die sogenannte HamNight fand ebenfalls nicht statt, weil irgendjemand wohl etwas falsch gemacht hatte, so Projektleiter Oliver Schlag, DL7TY.

Ich denke, man wäre mit Youtube, wie im letzten Jahr verwedent, deutlich besser bedient gewesen. So machten viele Vorträge einfach keinen Spaß, weil viele Informationen, die eingeblendet wurden (aufgrund von Problemen bei der Übertragung) einfach nicht zu sehen waren.

Dazu kommt, dass die diversen Händlerstände mehr als peinlich dargestellt wurden, wofür natürlich die Händler selbst zuständig sind.
Nicht optisch sondern die wenigsten Stände waren wirklich besetzt, wo man Fragen loswerden konnte, sondern zeigten beim Betreten dann einfach die Webseite ohne irgend welchen weiteren Informationen. Ob das der Sinn der ganzen war? Die Machen haben sich das sicherlich anders vorgestellt
Das war dann wahrscheinlich auch der Grund, warum ich beinahe immer alleine eine kurze Zeit auf einem Händlerstand verbrachte – die Unlust von vielen Händlern sprach sich wohl schnell rum.

Nur ganz wenige Händler, wie zum Beispiel BONITO, waren an Ihrem Stand ständig präsent und für Fragen offen.
Da hätte die Händlerschaft die Sache wohl ein wenig ernster nehmen sollen.

Die Möglichkeit, mit anderen in einen VideoChat zu gehen, war eine nette Idee.
Leider wurde hier irgendwie nicht weiter gedacht. Poppte das Video-Fenster, ohne das man etwas tat, doch einfach auf, wenn man jemand zu nahe gekommen ist.
Bei seinem eigenen Messerundgang durfte man daher keinen anderen Besucher zu nahe kommen, weil sofort das VideoChat-Fenster aufging und man den anderen dann für Sekunden sah und hörte.
Das war bereits nach kurzer Zeit extrem nervend – eine Möglichkeit, die Sache abzuschalten, hätte wenigstens das Normale herumlaufen, deutlich angenehmer gemacht.
Da half dann nur das eigene Bild & Ton zu deaktivieren, dann blieb das Bild beim Gegenüber zumindest schwarz – aufgepoppt ist es aber trotzdem.

Fazit: Nett und lustig gemacht mit unheimlich vielen Dingen, die mehr die Ersteller der Sache gefreut hat als die Besucher selbst, denke ich. Viel Liebe in die optischen Details im Stiel des 80er C-64.
Schlecht motivierte Händler, Technik der Vorträge deutlich verbesserbar – fehlende Betreuung der Admins bei den Vorträgen. Referenten teilweise unzuverlässig und hilflos.
Aber trotzdem war es alles irgendwie ganz nett – halt mal was anderes!
Und vor allen Dingen – DANKE an das Team, das sich ganz sicher auch das eine oder andere, ganz anders vorgestellt hatte. Aber es kommt eben oft anders als man denkt!

Von DL7AG

Linzenz 1979 ex DC7VS / Gründungsmitglied von zwei OV: D23 "Freude des CCC" - D22 „Soziale Medien“ / Ehemalige Ämter: StV. DV Berlin / DV Berlin / DARC Online Redakteur / DARC Sozial Media Zuständiger / Mitglied im DARC Gremium "DARC 2020" / Inhaber des DARC Distrikt D Info-Mobils / Lizenz-Inhaber: DK0RBY - DN1RBY - DK0DTM - 5P7Z

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