QRP – also Senden mit kleiner Leistung hat viele Vor- und Nachteile.
Nachteile? OK, man erreicht nur recht selten oder fast gar nicht die seltenen DX-Station auf dieser Welt.
Das ist dann aber auch der einzige Nachteil – oder?

Mit QRP wird im Amateurfunk der Sendebetrieb mit kleiner Leistung bezeichnet.

Wikipedia schreibt bei der definierung zu QRP es genau richtig:
“Die funksportliche Herausforderung bei QRP-Betrieb liegt darin, mit möglichst kleiner Sendeleistung maximale Distanzen zu überbrücken. Definitionsgemäß darf die Senderausgangsleistung 5 W bei CW und 10 W bei SSB nicht überschreiten. Hierbei kommt der Wahl der Antenne und des Standorts eine besondere Bedeutung zu.”

Und genau das sagt es aus.Gibt es Funkamateure, die daran Spaß haben, mit großer Sendeleistung, hohen Antennenmasten und Wahnsinnsantennen den letzten Winkel der Erde zu erreichen und damit jede DXpediton und Station zu arbeiten, wollen andere lieber Experimentieren und selbstbauen.

Bin ich besser wenn ich QRO mache?

Lustigerweise, wie so oft im Leben fühlen sich diejenigen, die unheimlich viel Geld investieren und solche beinahe Radio-Stationen ähnlichen Funk- und Antennenanlagen betreiben als etwas besonders und schauen oftmals auf die “kleinen” mit einem Lächeln herab. Diese “ich bin was Besseres” Mentalität verbreitet sich leider immer mehr. Man möchte oder “ist” eben was besonders und will sich vom normalen Volk abheben.

Dabei soll doch jeder dort Spaß haben, wo er es möchte.Ob das nun QRP ist oder QRO ist – ob das nun der kleine, eventuell selbst gebaute Sender ist, mit dem man funkt oder aber der goldene ICOM mit entsprechender Endstufe das so viel kostest wie ein Kleinwagen.

Auch bei den Antennen verhält es sich genauso.
Ich kann für sehr viel Geld eine tolle Antenne kaufen und auf einen 20 Meter Mast und mehr stellen oder ich erfreue mich am Selbstbau einer Draht-Antenne die ich optimal abstimme um damit gute Ergebnisse zu erzielen.

Was jeder nun mag, muss man für sich entscheiden.

Ich gebe zu, dass auch ich immer mal wieder in meiner 42-jährigen Amateurfunklaufbahn dem QRO-Betrieb verfallen war.Aber zum einen muss man aufpassen, keine Störungen im Antennenumfeld zu erzeugen, zum anderen ist es einfach mehr Aufwand, was Kabel & Co. angeht.

Power oder Low-Power?

Das man mit 1kW mehr Stationen erreicht als mit 10W ist klar – anders sieht der Betrieb mit den “normalen” 100W aus, die ein moderner TRX am Ausgang bringt.

Mein Funkfreund Michael, DL2YMR, hat dazu einen tollen Beitrag auf Youtube gebracht, den man sich unbedingt einmal anschauen sollte.

Das Video von Michael zeigt gut den Vergleich zwischen mehr und weniger Leistung.

Für mich selbst ist es im Laufe der Zeit viel spannender geworden, mit kleineren Leistungen zu experimentieren und unterschiedliche Antennen einzusetzen als mit viel Leistung irgend welche exotischen Stationen zu arbeiten.Es ist für mich einfach kein Reiz vorhanden, mit einer Power-Station, die schnell den Preis eines Kleinwagens erreichen kann, eine Station zu arbeiten, wo ich vorher weiß, dass ich sie arbeiten werde, weil es mit dem entsprechenden Aufwand im Grund “immer” funktioniert.

Mal ganz abgesehen davon, das sehr viele Entstufen die es zu kaufen gibt, derart viel Leistung an die Antenne bringen das es nicht mehr den Lizenzbestimmungen entspricht – aber das ist ein ganz anderes Thema.

Das ist meine Meinung und meine Sichtweise – womit jeder Spaß dabei hat, muss er selbst entscheiden.

Von DL7AG

Linzenz 1979 ex DC7VS / Gründungsmitglied von zwei OV: D23 "Freude des CCC" - D22 „Soziale Medien“ / Ehemalige Ämter: StV. DV Berlin / DV Berlin / DARC Online Redakteur / DARC Sozial Media Zuständiger / Mitglied im DARC Gremium "DARC 2020" / Inhaber des DARC Distrikt D Info-Mobils / Lizenz-Inhaber: DK0RBY - DN1RBY - DK0DTM - 5P7Z / Seit 2018 nicht mehr im DARC-Mitglied

Ein Gedanke zu „QRP – Pro & Contra“

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